Die Costa Blanca

 

Ortschaften von R-Z

 

Relleu

Karte: RelleuEin heute (noch) eher kleiner Ort der Marina Baja, der im letzten Jahrhundert stark von der Landflucht der Bevölkerung mitgenommen wurde. Im Jahr 1900 hatte Relleu noch über 3000 Einwohner und war damit der bevölkerungsreichste Ort der Marina Baja, aber bedingt durch die wirtschaftliche Situation des Ortes kam es zu einer starken Abwanderung, die zur Folge hatte, daß die Einwohnerzahl dann im Jahr 2000 auf unter 800 gefallen war. Heute sind ca. 25% der Bevölkerung Ausländer, in der Hauptsache Briten, die allerdings dafür sorgen, daß die Einwohnerzahlen von Relleu langsam wieder ansteigen. Interessanterweise hat der Ort eine ähnliche Entwicklung Anfang des 17. Jhd. schon einmal durchlebt, damals allerdings aus anderen Gründen, da sich die Bevölkerung zusammen mit den Mauren aus den Orten Finestrat und Sella gegen die Vorherschaft Alicantes erhob. Die Folge war, daß nach dem Aufstand noch ganze 15 christliche Familien im Ort zurückgeblieben sind.
Die Wirtschaft Relleus, bis heute vom Anbau und der Verarbeitung von Mandeln und Oliven geprägt, wandelt sich, wie bei vielen Orten der Costa Blanca, langsam hin zum Tourismus und Gastgewerbe.
Relleu hat einige Sehenswürdigkeiten aufzuweisen, unter anderem im Nordwesten des Ortes die Reste einer halbkreisförmigen maurischen Burganlage, die Kirche Iglesia de San Jaime aus dem 17. Jhd., die auch die ältesten Glocken der Provinz Alicante besitzt und ein etnologisches Museeum in der Calle Ayuntamiento 15. Auch beachtenswert ist die Altstadt von Relleu mit dem festungsartigen Gebäude La Garrofera, den Türmen Torre Casa Balde und Torre de la Vallonga, der Kapelle Ermita de San Alberto unterhalb der Burg mit dem zu ihr führenden Kreuzweg, die aus dem Mittelalter stammende Mühle Molina de La Tosca und der heute nicht mehr benutzte Stausee am Rio Amadorio, der 1776 erbaut wurde und fast 4,5 Mio. Kubikmeter Wasser faßte.  Besonders stolz ist der Ort Relleu auf den "Patá de Sant Jaime", ein Fußabdruck, den der heilige Jakobus bei einem Besuch des Ortes hinterlassen haben soll.
Um Relleu gibt es auch einige Wanderwege zu interessanten Zielen, wie zum Beispiel der Weg über die Sierra de la Grana entlang des Flusses Amadorio in Richtung Torremanzanas oder der Weg durch die Schlucht Barranco de la Cueva in Richtung Cabeza d´Or. Wer sich im Sommer nach längerer Wanderung nach etwas Abkühlung sehnt, kann sich in "Els Tolls", kleineren Stauseen oder Wasserbecken bei Relleu beim Baden erfrischen.
Erreichen kann man Relleu von der N-332 kommend, wenn man in El Campello der CV-775 in Richtung Aigües folgt oder von Villajoyosa aus über die CV-770 in Richtung Sella und Orxeta.

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Rojales

Karte: RojalesRojales, einst ein kleines Dorf der Vega Baja, ist heute die Gemeinde mit dem zweitgrößten Ausländeranteil Spaniens (über 65%!), die meißten davon Briten und Deutsche, die sich hauptsächlich in dem jungen Stadtteil Ciudad Quesada niederlassen und mit dafür sorgen, daß sich die  Einwohnerzahl zwischen 1900 und 2006 mehr als versechsfacht hat.
Das vom Rio Segura zweigeteilte Rojales hat in der Vergangenheit oft durch eben diesen Fluß verursachte Überschwemmungskatastrophen erlebt, das letzte Mal in der jüngeren Vergangenheit im Jahr 1989, was zu bis heute anhaltenden Problemen mit der Verschmutzung des Brauchwassers führte. Ebenfalls großen Schaden richtete in Rojales das schwere Erdbeben vom 21. März 1829 an, das die Vega Baja mit einer Intensität von 6,6 Grad auf der Richterskala erschütterte und in Rojales 319 Häuser zerstörte und 82 Gebäude beschädigte, wobei 10 Menschen den Tod fanden und 34 Personen verletzt wurden.
Die Wirtschaft Rojales lebt auch heute noch von der Landwirtschaft, wobei 70% der Anbaufläche für die Kultivierung von Zitrusfrüchten genutzt werden.
Die Landwirtschaft und das durch den Rio Segura gespeiste Bewässerungssystem spielen auch eine große Rolle bei den Sehenswürdigkeiten von Rojales, wobei besonders die Staumauer aus dem 16. Jhd. im Fluß, das alte Wasserrad aus dem 19. Jhd. mit einem Durchmesser von 8,5m, die Windmühle Molino de Rojales und die Steinbrücke mit drei Bogen aus dem Jahr 1790 zu erwähnen sind. Ebenfalls interessant sind die Höhlen am linken Ufer des Segura, die heute von Malern und Künstlern bewohnt werden, die Kirche des Ortes und das Archäologische und Paleontologische Museum in der Straße Calle San Pedro.
Golffreunde kommen im Club de Golf La Marquesa, einem der ältesten Golfplätze der Provinz Alicante auf ihre Kosten und Flugbegeisterte können sich den örtliche Fliegerclub und die Schule für Ultraleichtflieger ansehen.
Das knappe 50 km von Alicante entfernte Rojales ist über die Nationalstraße N-332 Alicante-Cartagena und die N-340 in Richtung Dolores oder über die Autobahn A-7/A-37 zu erreichen.

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San Vicente del Raspeig

Karte: San Vicente del RaspeigDer Ort San Vicente del Raspeig schließt direkt an Alicante an, von der Hauptstadt der Costa Blanca nur getrennt durch die Autobahn.
Erste Erwähnung findet San Vicente im 16. Jhd. durch den italienischen Ingenieur Antonelli, dem Erbauer des Forts Bernia, in Verbindung mit dem Bau des Stausees von Tibi auf einer Landkarte. Aus der selben Zeit stammt auch eine Aufzeichnung über Steuereinnahmen, die im königlichen Archiv in Valencia aufbewahrt wird. Die Geschichte des Ortes nimmt mit großer Sicherheit ihren Anfang, als der alicantiner Pedro Maltés 1560 auf der heutigen Gemarkung des Ortes eine Kapelle zu Ehren San Vicente Ferrers errichtete, wobei allerdings laut dem Historiker José Montesinos eine solche schon 1411 existiert haben soll, ebenso wie eine auf dem Gebiet von El Raspeig stehende Kapelle, die San Ponce geweiht war. Die Stadt San Vicente hat in dieser Beziehung ein Identitätsproblem: man finanzierte schon diverse Ausgrabungen und unternimmt auch sonst große Anstrengungen, um die frühere Geschichte des Ortes nachzuweisen. Allerdings ist der Erfolg eher bescheiden, da man bisher nur Spuren aus dem frühen Mittelalter gefunden hat. Sicher scheint jedenfalls, daß König Alfonso der 10. (der Weise) im Zuge der Reconquista, der Rückeroberung die Gebiete von Agost, Monforte del Cid, Novelda, Aspe, Busot und weitere Gebiete die den "Garten Alicantes" oder besser gesagt die landwirtschaftliche Versorgung der Stadt sichern sollten, unter die Verwaltung der Stadt Alicante stellte. Dazu gehörte auch El Raspeig, La Alcoraya, Moralet und Verdegás, die auf der heutigen Gemarkung von San Vicente del Raspeig liegen. Die ersten Anzeichen für das Entstehen der STADT San Vicente zeigen sich Mitte des 18. Jhd. als die Kapelle von 1560 durch den 1735 begonnenen Bau einer neuen Kirche ersetzt wird, die dann im Jahr 1785 zu einer eigenen, von Alicante unabhängigen Kirchengemeinde wurde und gleichzeitig ab dem Jahr 1744 auch die ersten Wohnhäuser um die Kirche entstanden. Allerdings sollte es noch bis Mitte des 19. Jhd. dauern, bis der Ort San Vicente del Raspeig von Alicante unabhängig wurde und man ofiziell die Stadtgrenzen des Ortes festlegte.

Mit dem Bau der Eisenbahn Madrid-Alicante 1858 entstand etwa einen Kilometer vom Ortskern entfernt der Bahnhof von San Vicente, was dem Ort eine vorher ungeahnte Möglichkeit eröffnete. In den Jahren 1873-78 wurden die Straßen von Alicante in Richtung Agost und Ibi gebaut und ab dem Jahr 1905 gab es eine Pferdebahn, die San Vicente mit Alicante verband und die 1924 elektrifiziert wurde. Damit waren hervorragende Grundlagen für die Ansiedlung von Handel und Industrie geschaffen worden. Besonders zu erwähnen sind hier die heute zur mexikanischen Cemex-Gruppe gehörigen Zementwerke von San Vicente del Raspeig im Industriegebiet Polígono Industrial de Inmediaciones und die Industriegebiete Canastell, das Gebiet Torregrossa, gegenüber der Universität mit dem Sitz der Eisfabrik von Alicante (Helados Alacant) und Las Tejas, in denen viele Firmen mit der Produktion von Dachziegeln, Gips, Möbeln und anderen Produkten, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen ansässig sind. Die traditionelle Landwirtschaft findet man heute, abgesehen von einer enormen Tomatenplantage, die dem gleichen Betreiber wie die Plantage in Muchamiel gehört, nur noch in kleinem Umfang im Ortsteil Raspeig vor. Hier gibt es noch die typischen Mandel-, Oliven-, Orangen- und Zitronenbäume, die heute die früheren Ausmaße der "Huerta", der Landwirtschaft in Alicante erahnen lassen. Ein weiterer großer Wirtschaftsfaktor für San Vicente del Raspeig ist die 1979 gegründete Universität von Alicante, deren Kampus sich am Ortsrand von San Vicente auf 567000 Quadratmetern erstreckt und im Kursjahr 2005/06 von fast 30000 Studenten besucht wurde.
In der heutigen Zeit gilt San Vicente ebenfalls als "Schlafstadt" für viele Pendler, die in Alicante arbeiten, da die Wohnpreise hier erschwinglich sind und in der Stadt immer noch mehr Wohnraum geschaffen wird.
Sehenswürdigkeiten sind in San Vicente del Raspeig, bedingt durch die oben beschriebene Geschichte des Ortes, eher dünn gesäht. Es gibt in der Stadtmitte das Rathaus und am selben Platz die alte Ortskirche, ein wenig ausserhalb den Bahnhof und mehrere Parks und Grünanlagen. Daneben ist noch die Universität zu nennen. Für Freunde der recht wilden Landschaft im Hinterland von Alicante bietet sich noch eine Rundfahrt durch den Ortsteil Raspeig an. Ein eher ländlich angehauchter Streifen Land zwischen San Vicente und Muchamiel mit vereinzelten Landhäusern, kleineren Urbanisationen und vielen Gärten und Obstbäumen.

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San Juan de Alicante

Karte: San Juan de AlicanteText folgt...

 

 

 

 

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Santa Pola

Karte: Santa PolaText folgt...

 

 

 

 

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Sax

Karte: SaxText folgt...

 

 

 

 

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Sella

Karte: SellaText folgt...

 

 

 

 

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Teulada/Moraira

Karte: TeuladaText folgt...

 

 

 

 

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Tibi

Karte: TibiText folgt...

 

 

 

 

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Torremanzanas

Karte: TorremanzanasText folgt...

 

 

 

 

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Torrevieja

Karte: TorreviejaText folgt...

 

 

 

 

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Val de Laguar

Karte: Val de LaguarText folgt...

 

 

 

 

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Vergel

Karte: VergelText folgt...

 

 

 

 

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Villajoyosa

Karte: VillajoyosaText folgt...

 

 

 

 

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Villena

Karte: VillenaText folgt...

 

 

 

 

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© Christina & Jörg Kayser 2007-2017